
Hypnose
Hypnose ermöglicht einen Zugang zu Reaktionen und Gefühlen, die sich mit dem Verstand allein oft nur schwer verändern lassen. Ängste, innere Unruhe, Selbstzweifel oder bestimmte Verhaltensmuster können bestehen bleiben, obwohl wir mit dem Verstand keinen Grund dafür erkennen können.
Vieles davon läuft unbewusst ab. In Hypnose können wir uns mit den Erfahrungen und Ursachen beschäftigen, die hinter solchen Reaktionen liegen, und daran arbeiten, festgefahrene Verknüpfungen zu verändern.
Was ist Hypnose?
Hypnose ist ein Zustand konzentrierter Aufmerksamkeit, bei dem die Wahrnehmung stärker nach innen gerichtet ist. Sie schlafen dabei nicht und sind auch nicht bewusstlos. Sie können hören, sprechen und wahrnehmen, was während der Sitzung geschieht.
Viele Menschen sind überrascht, wie unspektakulär sich Hypnose zunächst anfühlt. Es gibt nicht diesen einen besonderen Zustand, an dem man eindeutig erkennt: „Jetzt bin ich hypnotisiert.“ Manche Menschen erleben eine tiefe körperliche Entspannung, andere nehmen Bilder, Erinnerungen oder Gefühle besonders deutlich wahr. Wieder andere fühlen sich einfach sehr konzentriert und nach innen gerichtet.
Was sich verändert, ist vor allem der Zugang zu inneren Vorgängen. Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und körperliche Reaktionen können anders wahrgenommen werden als im normalen Alltagsbewusstsein.
Sie behalten die Kontrolle
Eine der häufigsten Sorgen vor der ersten Hypnose ist, die Kontrolle zu verlieren oder dem Hypnotiseur ausgeliefert zu sein. Das hat mit therapeutischer Hypnose wenig zu tun. Sie bleiben während der Sitzung ansprechbar und können jederzeit mitteilen, was Sie wahrnehmen oder wenn Ihnen etwas unangenehm ist.
Hypnose bedeutet deshalb nicht, dass jemand „etwas mit Ihnen macht“. Hypnose ist Teamwork zwischen Klient und Hypnosetherapeut. Wir arbeiten gemeinsam mit dem, was während der Sitzung auftaucht. Sie können mich dabei wie eine Art Reiseleiterin durch Ihre innere Landschaft betrachten.
Wie ich mit Hypnose arbeite
An der Wurzel ansetzen
Eine erste Sitzung dauert bei mir in der Regel zwei Stunden – und wir beginnen nicht sofort mit der Hypnose. Etwa die Hälfte dieser Zeit nehme ich mir zunächst für ein ausführliches Gespräch. Ich möchte genau verstehen, wie sich Ihre Angst zeigt, wann sie auftritt, welche Gedanken damit verbunden sind und vor allem, was Sie dabei in Ihrem Körper spüren. Auch Ihre Lebensgeschichte ist wichtig: Wie haben Sie Ihre Kindheit erlebt, welche Erfahrungen haben Sie geprägt und gab es frühere Situationen, die mit der heutigen Angst zusammenhängen könnten?
Dabei bin ich ein bisschen wie eine Detektivin. Ich höre sehr genau hin, frage nach und suche nach Zusammenhängen. Oft entstehen schon in diesem Gespräch erste wichtige Erkenntnisse: Dinge, die bisher nicht miteinander in Verbindung gebracht wurden, ergeben plötzlich einen Sinn.
Erst wenn wir das eigentliche Thema möglichst genau auf den Punkt gebracht haben, gehen wir in die Hypnose. Wir fischen also nicht im Dunkeln. Wir haben bereits eine Spur, der wir folgen können.
Gerade weil ich überwiegend mit Menschen arbeite, die unter Angst und Panik leiden, nehme ich mir auch für die Einleitung der Hypnose viel Zeit. Schnellhypnosetechniken, bei denen innerhalb kürzester Zeit eine Trance eingeleitet wird, nutze ich nicht, sondern gehe ganz bewusst einen anderen Weg. Bei mir darf die Hypnose ganz in Ruhe entstehen und ist bereits ein wichtiger Teil meiner Arbeit: Der Körper bekommt Zeit, Anspannung loszulassen und das Nervensystem kann nach und nach aus seiner ständigen Alarmbereitschaft herausfinden. Gleichzeitig entsteht Vertrauen und die Erfahrung, sich sicher auf die Hypnose einlassen zu können.
Die erste Sitzung ist deshalb für mich auch ein wichtiger Teil des Vertrauensaufbaus. In der Hypnose können wir anschließend unserer Spur weiter folgen, Zusammenhänge bearbeiten und gleichzeitig das Nervensystem beruhigen.
Sie bekommen von mir Übungen und Werkzeuge an die Hand, die Ihnen helfen, unsere gemeinsame Arbeit zu festigen und Veränderungen auch im Alltag zu unterstützen. Mir ist wichtig, dass Sie nicht nur während unserer Sitzungen etwas tun können, sondern auch selbst Möglichkeiten haben, Ihr Nervensystem zu beruhigen und mit aufkommender Angst umzugehen.
Häufige Fragen zur Hypnose
Was Sie vor einer Hypnose wissen möchten
Bin ich während der Hypnose bewusstlos oder schlafe ich?
Nein. Auch wenn das Wort Hypnose manchmal diesen Eindruck vermittelt, schlafen Sie während einer therapeutischen Hypnose nicht. Sie können hören, sprechen und wahrnehmen, was geschieht. Viele Menschen erleben Hypnose eher als einen Zustand starker Konzentration und nach innen gerichteter Aufmerksamkeit.
Verliere ich in Hypnose die Kontrolle?
Nein. Sie sind dem Hypnosetherapeuten nicht ausgeliefert und können jederzeit sagen, wenn Ihnen etwas unangenehm ist. Hypnose funktioniert nur als Teamwork. Vertrauen ist deshalb ein wichtiger Teil meiner Arbeit – gerade bei Menschen, die unter Angst oder Panik leiden.
Wache ich nach der Hypnose wieder auf?
Da Sie während der Hypnose weder bewusstlos sind noch schlafen, müssen Sie auch nicht wieder aufwachen – Sie sind die ganze Zeit wach. Sie hören, was ich sage, können mit mir sprechen und nehmen wahr, was während der Hypnose geschieht. Am Ende der Sitzung wird die Hypnose lediglich beendet und Ihre Aufmerksamkeit richtet sich wieder stärker nach außen.
Was ist, wenn ich mich nicht hypnotisierbar bin?
Hypnose ist keine Methode, bei der ich etwas mit Ihnen mache und Sie sich einfach nur zurücklehnen müssen. Sie entsteht im Zusammenspiel zwischen Klient und Hypnosetherapeut. Wenn Sie sich auf die Hypnose einlassen und mitarbeiten, können wir gemeinsam in diesen Prozess gehen.
Starker innerer Widerstand, die Angst, die Kontrolle abzugeben, oder der Versuch, sich bewusst gegen die Hypnose zu sperren, können diesen Prozess dagegen erschweren oder verhindern. Deshalb nehme ich mir gerade bei Menschen mit Angst viel Zeit. Vertrauen und ein Gefühl von Sicherheit gehören für mich zu jeder Sitzung genauso dazu wie die Hypnose selbst.
Muss ich in Hypnose über Dinge sprechen, über die ich nicht sprechen möchte?
Nein. Sie entscheiden auch während der Hypnose, was Sie erzählen möchten. Es geht nicht darum, Ihnen Informationen zu entlocken oder Sie dazu zu bringen, etwas gegen Ihren Willen preiszugeben.
Kann Hypnose bei Angst und Panik helfen?
Hypnose kann dabei eingesetzt werden, das Nervensystem zu beruhigen und den Ursachen und unbewussten Verknüpfungen hinter einer Angst nachzugehen. Dabei betrachten wir nicht nur die Symptome, sondern auch die Situationen, Körpergefühle, Erfahrungen und Lebensumstände, die mit der Angst zusammenhängen können.
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Menschen, die unter Ängsten und Panik leiden. Wie eine Behandlung verläuft und welche Veränderungen möglich sind, ist jedoch individuell. Ein Heilversprechen kann ich nicht abgeben.
Wie viele Hypnosesitzungen brauche ich?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Menschen, Ängste und ihre Geschichten sind unterschiedlich. Deshalb verspreche ich keine bestimmte Anzahl von Sitzungen. Nach der ersten ausführlichen Sitzung können wir meist besser einschätzen, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
Kann ich mich nach der Hypnose an alles erinnern?
In der Regel ja. Therapeutische Hypnose bedeutet nicht, dass Sie anschließend nicht mehr wissen, was während der Sitzung geschehen ist. Im Gegenteil: In meiner Arbeit werden Verstand und Gefühl einbezogen, um Veränderungen anzustoßen und neue Zusammenhänge zu verstehen. Es kann vorkommen, dass Sie sich später nicht an jedes unbedeutende Detail der Sitzung erinnern – ähnlich wie bei einem längeren Gespräch.